Jugend forscht! Oder aber: forsche Jugend? Egal wie man die Begriffe dieses kleinen Wortspiels zusammensetzt, es trifft in jedem Fall auf Rebellious Spirit zu. Die süddeutschen Hardrock-Newcomer, die im vergangenen Jahr mit ihrem Debüt Gamble Shot für Furore gesorgt haben, sind wieder da und präsentieren sich auf ihrem zweiten Album Obsession noch ein ganzes Stück selbstbewusster und versierter. Zwölf neue Songs haben die vier Musiker Jannik Fischer (Gesang, Gitarre), sein Bruder Jens (Bass) sowie Silvio Bizer (Schlagzeug) und Corvin Domhardt (Gitarre) aufgenommen. Ein rundes Dutzend packender Rocknummern also, mit denen sich vor allem eines dokumentieren lässt: Die Band hat sich erstaunlich weiterentwickelt. „Die vielen Erfahrungen der zurückliegenden Jahre, die Produktion an unserem Debütalbum Gamble Shot, die zahlreichen Konzerte, die erste Tour mit Axel Rudi Pell, all das hat uns enorm geholfen“, erklärt Sänger Jannik Fischer.

Mit Obsession gehen Rebellious Spirit den folgerichtigen zweiten Schritt und legen in Punkto Härte und Dynamik noch eine ordentliche Schippe drauf. „Man muss sich das mal vorstellen: Als wir die ersten Demos zu Gamble Shot aufnahmen, war Jannik gerade mal 15 und ich erst 18“, erinnert sich Jens Fischer, „jetzt, drei Jahre später, sind wir alle an unseren Instrumenten besser und routinierter geworden, vor allem hat sich Janniks Stimme unüberhörbar weiterentwickelt. Davon profitieren die neuen Songs natürlich enorm.“

Gemeint sind Kompositionen wie der Titeltrack ´Obsession`, eine wilde, fast schon ungezügelte Midtempo-Nummer, in der Rebellious Spirit ihre bisherigen Erfahrungen im Rock´n`Roll-Business thematisieren. Dazu Jens Fischer: „Eine Spur Besessenheit ist immens wichtig! Doch die Gratwanderung zu schaffen und nicht im Wahnsinn zu enden, ist die eigentliche Kunst.“ Aber natürlich lautet das Motto dennoch: Obsession is the law!

Restlos überzeugen kann auch die erste Singleauskopplung ´Lost`, ein harter, düsterer Rocksong mit ruhiger Strophe und viel Bombast im Refrain, der bewusst Querverweise zu skandinavischen Bands wie Negative oder HIM aufweist. Wie modern Rebellious Spirit ihren traditionellen Rocksound orchestrieren, lässt sich am besten an ´Confidence Men` erkennen, den die Band selbst als „Metal-Riff trifft Tanz-Beat“ charakterisiert und freimütig zugibt, dass „hier eine Spur Industrial Rock nicht zu verbergen ist.“ Ähnlich Positives lässt sich auch über ´Look What I’ve Become` mit seinem modernen Einstieg und düsteren Einflüssen von Post Grunge vermelden.

Aufgenommen wurde Obsession erneut im Cubeaudio-Studio in Göttingen unter der Regie von Markus Gumball, der unter anderem schon für Guano Apes oder auch Doro Pesch gearbeitet hat. In Gumballs heiligen Räumen ist vor einigen Monaten bereits Gamble Shot entstanden, diesmal hat der Produzent und Arrangeur eine noch stärker motivierte Band vorgefunden, die an Eigenständigkeit, Ideenreichtum und handwerklichen Fähigkeiten zugelegt hat. Ohne Zweifel: Die jungen Musiker haben sich stilistisch breiter aufgestellt und unüberhörbar davon profitiert, dass zwischen der Veröffentlichung ihres Erstwerkes und den Arbeiten an Obsession zahllose Konzerte und Festivalteilnahmen lagen. Diese Band ist gereift, zwölf neue Songs können das zweifelsfrei bezeugen.

Profitiert haben Rebellious Spirit garantiert auch von der erneuten Bestätigung als Support-Act der Axel Rudi Pell-Tour 2ter Teil , bei der beide Bands vom 19. September 2014 bis 6.Okober 2014 die meist ausverkauften Clubs in ganz Europa zum Beben brachten. Matthias Mineur